1. Hallo liebe Besucherin, hallo lieber Besucher, herzlich willkommen bei hertha-chat.de.

    Auch als nicht angemeldetes Mitglied im Forum können Sie recht viele Funktionen des Forums nutzen. Schauen Sie sich um und entscheiden Sie selbst, ob Sie als Besucher oder als Mitglied im Forum tätig sein möchten.

    Sollte dies Ihr erster Besuch bei uns im Forum sein, finden Sie eine Bedienungsanleitung in der Hilfe. Möchten Sie alle Funktionen des Forums nutzen, ist dafür eine unkomplizierte Registrierung erforderlich, die einfach und schnell erledigt ist. Weitere Hinweise zur Nutzung des Forums finden Sie in unseren Community-Regeln.

    Wenn Sie eine Vollansicht des Forums bevorzugen wählen Sie in der Style Auswahl HC 2014 (fluid), dann erscheint das Forum der gesamten Bildschirmbreite.
    Information ausblenden

Was tun (Zuschauer im Stadion) ?

Dieses Thema im Forum "Stadion und Organisation" wurde erstellt von magix, 20. März 2005.

  1. HERTHA muss sich die Fans erst wieder erarbeiten und dass geht nur, wie Obelix ja schon sagt, mit Erfolgen...Ich halte einen vergleich von HERTHA mit Chelsea oder Arsenal nocht für brauchbar, denn man muss nicht nur die zuschauerzahlen vergleichen, Arsenal und Chelsea spielen dauerhaft CL, haben Derbys, HERTHA dagegen hat keine Derbys (das einzige Spiel wo bei den "normalen" Fans ein bischen Emotionen hochkommen ist das gegen Schlacke), spielt gerade mal so im UEFA-CUP und scheidet da in der 3. Runde aus...Außerdem hat HERTHA durch die lange Zeit in der 2. Liga eine Fangeneration verschenkt, dass muss man sich jetzt erst mal wieder erarbeiten, die jetzt 15/16-jährigen kommen so langsam wieder zu HERTHA, aber auch noch lange nicht so viele wie z.B. beim HSV, der dauerhaft in der 1. Liga gespielt hat...
    Und das allerschlimmste ist: HERTHA hat keine Erfolge vorzuweisen, manche gehen zu ein paar Spielen, HERTHA spielt scheiße, dann heißt es, ok, wir kommen nur noch gegen Bayern, Bremen, Schlacke und jetzt auch HSV...

    Um neue Fans zu gewinnen, MUSS HERTHA dauerhaft international spielen und dann auch mal weit kommen, es würde vermutlich auch schon helfen in der CL die gruppenphase zu überstehen, aber da müssten wir erst mal hinkommen...Ein anderer Weg wäre jetzt einen Neuanfang mit vielen Jungen zu machen, wir haben genug Talente, und einigen älteren als Stützren, dazu einen Trainer wie Hitzfeld oder Daum, Götz ist dafür der falsche Mann. So eine Mannschaft, kann dann richtig was reißen, und wenn man Pech hat, dann spielt man 2 Jahre nicht international, aber dann ist die Mannschaft gereift und kann auch ganz oben angreifen, nur da muss man Geduld haben und einen Trainer, der so was durchzieht, Hitzfeld, Daum, Magath wären solche, auch Klinsmann ist so einer, er hat in der Nati jetzt genau das gemacht und evtl. scheiden wir jatzt früh aus, is im eigenen Land zwar scheiße, aber wartet mal ab, was das in 4 Jahren für ne Truppe is, wenn man das jetzt weiterführt und wenn genau so was auch bei HERTHA passiert, dann kommen die Leute auch wieder.

    Auch die Sache mit den Partnerstädten, ist ein guter Ansatz, HERTHA hat viel an Image verloren, das muss jetzt mühsamst wieder aufgebaut werden...
     
  2. Okay @H f lassen wir mal Chelsea und Arsenal raus...
    dann haben Tottenham und West Ham zusammen immerhin einen Zuschauerschnitt von gut 70000!
    ohne Titel, ohne CL und UEFA-Cup aber natürlich (da hast du Recht) mit ner riesen Menge Tradition in Englands Premier League obwohl auch gerade West Ham erst kürzlich ne Zeit in der 2.Liga verbringen musste.

    Sicher die lange Zeit von Hertha völlig unbeachtet in der 2.Liga, hat sehr viel Potential gekostet.
     
  3. Habe leider erst jetzt dieses interessante Thema hier entdeckt! Für mich ist die Entwicklung folgerichtig. In England (Spanien, Italien usw.) hat man den ursprünglichen Charakter des Fußball´s bewahrt. Kein Event mit Hüpfeburg, Knuddelbär, Udo und Wachsmann´s Anfeuerungen mitten im Spiel, Kurier-Qiuz über die Anzeigetafel mitten im Spiel (war der Herthaner Beer in den 70ern ein Tier oder ein Mensch?). Das stösst den echten Fußballfan ab und ekelt ihn an. In England gibt es solche Beleidigungen des Fußballs nicht! Dort zahlt man die Summe. Geht zum Spiel. Kick off: der Fan geht mit. Abpfiff und ins nächste Pub, das Spiel auswerten.

    Bei Hertha gab es irgendwann das Konzept: Fußball für Mama, Papa, den kleinen Sönke und die kleine Miriam. Und mitten im Spiel wird die Sache noch durch den Animateur (den nach Anfeuerung rufenden Wachsmann) und den Kurier-Quiz "gewürzt".

    Was ist denn die Botschaft, die hinter so einem Konzept steht? Die Botschaft lautet: Hertha (Fußball) reicht nicht aus. Deshalb machen wir einen bunten Nachmittag für Alle. Ich halte dieses Konzept für falsch. Damit wurde der Fußball degradiert. Und wir haben einen "Kessel Buntes" bekommen.....

    Das da viele Fans lieber Premiere in der Kneipe oder zu Hause gucken, weil dort der Fußball die wichtige, zentrale Stellung (ohne naiv-lächerliche Ablenkungen) hat, wundert micht überhaupt nicht. Fuballfans wollen nicht zu einem lustigen Familliennachmittag. Sie wollen Fußball unter und mit echten Fußballfans erleben!!

    Ich persönlich würde gerne die Aufwärmphasen der Mannschaften im Stadion erleben. Da mich aber das Geschreie auch vor dem Spiel so ankotzt, komme ich seit Jahren erst genau pünktlich zum Anpfiff ins Stadion. Ansonsten könnte ichs nicht aushalten. Es ist mir für meinen Verein Hertha BSC, diese Stadt und dieses neue tolle Stadion einfach zu peinlich....

    Bei den FIFA-WM-Spielen im Olympiastadion habe ich zum ersten mal seit ewigen Zeiten wieder ein Fußball-Ereignis zelebriert bekommen, wie ich es sonst nur in Dortmund, Madrid, Barcelona oder London erlebt habe.

    Ich dachte: was könnte das für ein tolles Erlebnis bei Hertha in diesem tollen WM-Final-Stadion sein, wenn es hier immer so professionell ablaufen würde.
    Ich fürchte, daß es mit den WM-Spielen das vorläufig letzte mal war, daß ich Fußball im Olympiastadion erlebt habe, wie er sein muß....
     
  4. Toller Beitrag. Richtig erkannt.

    Ich hoff echt, dass Hoeness und seine Eventmanager hier mal lesen.

    Für den Fußball! Gegen das lächerliche Rahmenprogramm!
     
  5. Was tun (Zuschauer im Stadion) ?

    Also ich will das Thema eigentlich noch einmal aufgreifen nachdem ich vom Zuschauerinteresse für das erste Heimspiel von Hertha BSC in der neuen Saison absolut enttäuscht worden bin.
    Nichts ist vom WM Hype geblieben, keine Euphorie den Ort des WM Endspiels zu besuchen,
    selbst die Lieblings-Anstosszeit Samstag 15:30 bei herrlichstem Wetter und idealen äusseren Bedingungen konnten gerade einmal gut 37000 Zuschauer ins Berliner Olympiastadion locken..
    was ist los?
    Ferien gingen an diesem WE zu Ende, die meisten Berliner sollten zurück sein,
    Wetter war auch okay,
    Der Gegner mit Hannover ist auch vertretbar,
    Vielleicht hat der Hickhack um Marcelinho viele vergrault?
    Vielleicht die Spannungen zwischen Verein und Teilen der Fanszene um Trikot und Vereinslogo?
    Oder ist der Berliner Hertha einfach satt ob der vielen Reibereien im vergangenen Jahr mit dem Höhepunkt der Schliessung des offiziellen Fanforums oder dem Fehlen von einst versprochenen nationalen oder internationalen Titeln?
    Braucht Hertha "Kracher" im Team um die Ränge zu füllen?
    War der Fussball grausamer als anderswo in der Liga?
    Reichen 11 gebürtige Berliner im Kader nicht aus um genügend Identifikation mit dem Verein zu finden?
    Ist die Bundesliga im Oly zu viel Kommerz oder noch zu wenig?
    Anfahrt, Parkplätze, Toiletten, Fressbuden, Getränkestände reicht das nicht aus?
    Ich habe lange darüber nachgedacht und finde einfach keine plausible Erklärung?

    Ich hatte mit mindestens 50000 gerechnet aber enttäuschende 37000 Zuschauer kamen!
    der schlechteste Besuch in einem ersten Saison Heimspiel von Hertha seit dem Wiederaufstieg 1997!
    und das bei zwischenzeitlich 3 Jahren Baustelle!

    hier mal die Zahlen:

    97/98 - 75737 Zuschauer 1:1 Dortmund
    98/99 - 62962 Zuschauer 1:0 Bremen
    99/00 - 65996 Zuschauer 5:2 Rostock
    00/01 - 48600 Zuschauer 4:0 HSV
    01/02 - 55000 Zuschauer 0:2 Dortmund
    02/03 - 49200 Zuschauer 1:1 Stuttgart
    03/04 - 40152 Zuschauer 0:3 Bremen
    04/05 - 45435 Zuschauer 2:2 Bochum
    05/06 - 49416 Zuschauer 2:0 Frankfurt
    06/07 - 37200 Zuschauer 4:0 Hannover

    und für das nächste Heimspiel gegen S04 sind bis jetzt gerade einmal 53% der Tickets im Vorverkauf abgesetzt worden!
     
  6. Tja ich denke mal das Leben wird im allgemeinen teuerer viele werden sich den Luxsus Fußball einfach nicht mehr leisten können :(
     
  7. Ich gehe mal davon aus, das viele Hauptstädter einfach zu viele Alternativen zum Besuch im Olympiastadion haben. Zumindest solange, bis es unschlagbare Gründe gibt ins Stadion zu pilgern. Und da hat man es in Berlin einfach schwer. Da reichen offensichtlich Platzierungen 4-6 in der Liga nicht aus.
    Entweder man spielt attraktiven Offensivfussball mit den entsprechenden Ergebnissen, oder die Zuschauer bleiben weg.
    In anderen Städten reicht der attraktive Fussball bereits unter Vernachlässigung des Ergebnisses. Für eine Stadt wie Berlin scheint das zu wenig.
    Besonders gut zu erklären am Beispiel Eisbären Berlin. Die letzten Play off - Spiele der vergangenen beiden Saisons waren gnadenlos ausverkauft. Weil es um die Eishockey - Meisterschaft ging. Es ging darum, das die Berliner einem ihrer Sportteams eine Meisterschaft (bzw. die Titelverteidigung) zutrauten, oder diese erwarteten. Da kann man sich auch mit einer Ansammlung zweitklassiger Kanadier, Amerikaner oder Tschechen, oder einiger bayerischer Spieler als Berliner Team identifizieren.

    Auch das möglicherweise fehlende Geld, scheint als Erklärung nicht auszureichen. Wie soll man dann erklären, das sich jedes Jahr ungefähr 3 km von meinem Wohnhaus entfernt in der Wintersaison ca. 1500 - 2000 Leute, zweimal die Woche Eintrittskarten zum Preis zwischen 10 und 20 € kaufen, um sich ein Spiel der dritten deutschen Eishockeyliga anzuschauen.

    Aus meiner Sicht spielt Hertha nicht attraktiv und erfolgreich genug um alle 14 Tage ein volles, oder auch nur halbvolles Stadion vorzufinden. Und da spielt die Größe des Stadions nur eine untergeordnete Rolle.
     
  8. Ich denke das hat nichts mit dem Tabellenplatz zu tun hat sondern damit das es in Berlin zu viele andere Vereine gibt z.B. Union, BFC usw.... Die ja im moment wenn man sich Union anschaut auch sehr erfolgreich spielen. Es wird schon ein bisschen damit zu tun habe das Hertha nicht wirklich erfolgreich spielt ( Ich finde Tabellenplatz 4-6 nicht schlecht), aber man bleibt immer hinter den erwartungen zurück, das soll heißen man verspielt am letzten Spieltag die Champions League oder man sagt vor der Saison wir wollen um die Meisterschaft mitspielen und am ende steigt man fast ab.
     
  9. Zum einen ist es sicherlich das übergroße Angebot hier in Berlin an Sportvereinen, - veranstaltungen und weiteren kulturellen Angeboten. Der Geldbeutel wird halt kleiner und ich denke mal die Leute überlegen schon genauer wofür sie ihr Geld ausgeben.
    Zum anderen muß ich allerdings sagen, dass Hertha in den letzten Jahren durch wirklich schlechten Fussball auch viele Fans vergrault hat, die sich nun anderwertig umgesehen haben. Es wird schiwerig, diese wieder zurückzugewinnen.
    Es waren ja nach dem Wiederaufstieg viele mehr im Stadion. Ich gehe davon aus, dass wenn Hertha besseren Fussball anbietet auch wieder mehr Leute ins Stadion kommen werden. Sicherlich wird es nicht immer rappelvoll werden, aber an die 50.000 sollten es doch werden.
     
  10. @Cinnamon, das mit dem übergrossen Sportangebot ist nur relativ zu sehen,
    im Ruhrpott gibts Fussball in jeder Ecke und trotzdem kommen in Dortmund trotz Gruselkick über 70000 Zuschauer in das Stadion beim Rivalen sind es ständig über 60000 und die haben auch noch Eishockey und Handball und sonstigen Sport in der Region.

    Nein ich denke Hertha hat in seiner langen Geschichte fast immer einen negativen Eindruck hinterlassen (daher vielleicht auch der Versuch mit den Retro Trikots als Erinnerung an die letzte Meisterschaft?) das Image ist längst nicht so gut wie vermutet und viele winken heute noch beim Thema Hertha ab mit der Begründung: "die werden doch eh niemals Meister" vielleicht ist einfach der Anspruch in Berlin einfach so hoch immer die grössten sein zu wollen?
    Oder ist der Berliner gar nicht so eng verbunden mit Hertha wie es möglicherweise in anderen Städten der Fall ist?
    Aus Gesprächen mit Berliner Hertha Fans die die nur gelegentlich ins Stadion gehen höre ich auch raus das die Anfahrt (ca. 1-2 Stunden), der Fussweg zum Stadion (ca. 30 Min.), hohe Eintrittspreise für Tageskarten (Tribüne 18,00€ - 35,00€) und Abreise (dicker Verkehr) eher lästig sind
    und für das Geld einer einzigen Tageskarte bekomme ich schliesslich ein Monats Abo im Bezahlfernsehen, mit Fussball ganz gemütlich im Wohnzimmer, was einem grossen Teil der Hertha Fans duchaus auch ausreicht.
    Und für ein paar Highlights im Jahr kann man sich doch so ne Karte holen.

    Ich denke einfach das Hertha mit Mittelmässigkeit keinen Zuschauer mehr (als in den vergangenen Jahren) ins Stadion lockt, wenn man Leute dazu bewegen will sich Eintrittskarten für 30 oder 40 Euro zu kaufen um ein Fussballspiel zu sehen dann sollte eben auch ein Fussballspiel geboten werden und das wichtigste ist dann eben auch der Unterhaltungswert eines solchen.
    Das macht möglciherweise auch den Unterschied zwischen einem 0:0 und einem 4:4 aus, was für den Hardcore Fan kein Grund ist nicht wieder zu kommen kann für den gelegentlichen Besucher schon ausreichen um das nächste mal fernzubleiben.

    Wenn ich mal von London absehe gehen in Paris durchschnittlich 40486 Zuschauer zu PSG
    in Rom besuchen 39726 Zuschauer im Schnitt den AS Rom und 27872 Zuschauer gehen zu Lazio
    in Madrid sind es 71544 bei Real und 38684 bei Athletico

    also auch gewaltige Unterschiede im europäischen Vergleich.
     
  11. Und das ist dass was ich meine. In nahezu jedem europäischen Land mit einer Fußballliga, mit denen sich die DFL gerne vergleicht, gibt es einen Hauptstadtclub, der meist um die Meisterschaft mitspielt.
    In England sind es gar mindestens 2. Deutschland steht hier aber hintan. Gemeinsam mit Belgien und den Niederlanden.

    Das ist der Anspruch der in Berlin an Hertha gestellt wird. Nicht von mir und sicher auch nicht von den meisten Usern hier. Aber dennoch von einer großen Mehrheit, der öffentlichen Wahrnehmung.
     
  12. @gazza: ich schrieb ja auch zum einen sind die vielfältigen Vereine und Sportarten der Grund. mir ist schon klar das es nur ein Teil der leute hier betrifft.
    Ich bin ja schon lange Herthafan und kann mich gut erinnern, wie ich in der Grundschule und später auf der Oberschule (70, 80er Jahre) meist nur milde belächelt wurde für meine Treue Hertha gegenüber. Die große Anhängerschaft über Jahrzehnte und Generationen ist einfach nicht vorhanden.
     
  13. @ hbscwilly, das kommt aber auch sicher darauf an, welchen Ort man in Deutchland als Hauptstadt ansieht. :)

    Bei der Mehrheit der heutigen Berliner bezweifel ich eine Hauptstadtidentifikation. Die Generation der Vorkriegshertha-Anhänger ist ausgestorben, das sehe ich an meiner eigenen Verwandtschaft, die nach dem Krieg Hertha die Treue gehalten hat. Und die hatten auch noch Hoffnungen, da ja die letzte Meisterschaft nur ein paar Bombenhagel entfernt lag. Dann wurde Berlin ein hauptwohnsitzlicher Zuwanderungsort für Einberufungsbedrohte, die ihre jugendlichen Heimat-Fußballieben im Oly anfeuerten und somit für gute Besucherzahlen sorgten. Und auch die ausländischen Arbeitnehmer hatten per Radiowellen ihre Ohren mehr bei ihren Ligen denn bei Hertha. Dazu kam, daß Berlin in den 60ern als Studentenstadt entdeckt wurde, die lieber Dutschke zujubelte als den paar Törchen der Adelmann und Ipta. Und das wissen wir auch, die Aktionen der freien Liebe und die anderen Studentenproteste fanden eben nicht im Oly statt. :D
    Vergessen sollte man auch nicht, daß mit dem Mauerbau Hertha, TB und Tasmania einige Zuschauer verloren, die sich vorher auf die drei zu Oberligazeiten verteilten.
    Hertha war auch nie ein Arbeiterverein. Der Klein-Mittelstand regierte die Tribünenplätze. Und deren Nachwuchs erkannte schnell, daß sich beim Boxen und auf der Winterbahn mehr Geschäfte machen ließen, als bei dem Auf und Ab der Hertha.
    Das wollte ich nur mal mit anführen zu den schon genannten Begründungen.

    Und eine Erinnerung sei mir noch gestattet. Hertha-Verantwortliche waren eigentlich nie in der Lage, die Fußballsektion in die Herzen der Menschen zu bringen. Es ging denen fast immer nur um sich selbst. Wäre da nicht der eine oder andere Spieler und Trainer gewesen, würden wir wohl heute noch die 12.000 im Poststadion als Zuschauerrekord feiern. =)
    Ich weiß noch die fast 70.000 (und keineswegs nur GI's), die '91 zum Eröffnungsspiel der amerikanischen Football-Saison ins Oly kamen. Die 49er spielten, glaube ich, gegen die Chicago Bears. Was ich da an Begeisterung trotz fehlender Regelkenntnisse erlebt habe, machte mir klar, was man alles mit einer Show für die Zuschauer erreichen kann.
     
  14. Aus meiner Sicht sind die Besucherzahlen bei Hertha zwar nicht unbedingt Besorgnis erregend, aber bezogen auf das Fassungsvermögen des OLY durchaus unerfreulich. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die dafür verantwortlich zu machen sind, an den meisten kann man aber durchaus etwas ändern. Leider passiert hier viel zu wenig.
    Gehen wir zunächst in die Vergangenheit. Da war zwar nicht alles schöner, aber Hertha konnte durchaus Menschenmassen aktivieren.
    Das hat sicher auch eine Rolle gespielt, reicht aber als Erklärung ebenso wenig aus wie die abgelenkten Studenten. ;)
    So hatte Hertha in den Jahren nach dem Wiederaufstieg folgende durchschnittliche Zuschauerzahlen:
    1968/69 42.843
    1969/70 41.675
    1970/71 43.833
    Damit gehörte man damals zu den Krösussen der BuLi und das alles, obwohl nur Westberliner kommen konnten. Es kann also nicht am fehlenden Einzugsgebiet gelegen haben und deshalb bietet sich wohl als Erklärung primär die sportliche Leistung, die eingeschränkte TV-Präsenz und damals vielleicht auch noch der Reiz der Neuheit an.
    Fußball ist mittlerweile längst zum Showevent geworden, auch wenn es manch einem Puristen nicht gefällt. Hertha hat eben keine über lange Jahre gewachsene und identitätsstiftende Fangemeinde wie in Dortmund oder Schalke. Zuschauerkern bei Hertha sind die vielleicht 10 - 15.000 Hardcore-Fans, der Rest muß immer wieder durch Leistung und auch durch das "Drumherum" (schönes Beispiel Football) gewonnen werden.
    Die Mannschaft muß attraktiv spielen und darf dabei ruhig auch vordere Tabellenpositionen belegen. Positives Image, gelebt und verbreitet durch die handelnden Personen, und eine Außendarstellung, die eine Identifikation mit dem Verein einfach machen, sind bestimmende Faktoren. Wenn das alles vorhanden ist, spielt mE auch der Eintrittspreis keine wesentliche Rolle mehr. In anderen Stadien (zB in England) wird zum Teil wesentlich mehr bezahlt. Sind die o.g. Faktoren jedoch nicht oder nur teilweise vorhanden, wird eine Vielzahl der potentiellen Zuschauer den bequemen Weg gehen und sich die Spiele selektiv oder nur im Pay-TV anschauen. Das ist in der Tat der wesentliche Unterschied zu den 70-er Jahren.
    Die Herthaverantwortlichen haben in den letzten Jahren einige der o.g. Punkte sträflich vernachlässigt und es kann auch keine Entschuldigung sein, daß es vorher noch schlimmer war.
     
  15. Ich weiß nicht; NBH, welchen "Reiz der Neuheit" du meinst, hoffentlich nicht Hertha. :D
    Und warum gelten dir die Zahlen von 71/72, 72/73, 73/74 mit rund zweimal 24.000 und einmal 29.000 nicht? Überhaupt sah es in den Siebzigern und Achtzigern düster raus. Und da gab es kein premiere und aktuell nur die 2. halbzeit im Radio und die Sportschau. :?
    Selbst 74/75, als Hertha 2. wurde, kamen nur knapp 37.000 Zuschauer, und 77/78 (3. Platz) sogar nur gut 25.600. Also du siehst, daß die Leistung und magere TV-Berichterstattung nicht unbedingt und "primär" als Begründung herhalten kann. Nicht einmal die WM-Titel '74 und '90 lösten in Berlin eine Fußballeuphorie aus.
    Vielleicht ist es ja die Summe aller bisher genannten Vermutungen. Dann bliebe nur noch zu untersuchen, ob die anderen Städte nicht ein ebenso vielfältiges Kontrastprogramm anzubieten haben.
     
  16. Ich kann Deine Unklarheiten gern auflösen, da Du zwar für die zitierten Zeiten im richtigen Alter bist, aber offensichtlich eine Mauer im Blickfeld hattest ;)
    Ganz einfach, nach dem Wiederaufstieg 1968 war Hertha wohl auf dem Höhepunkt der Zuschauergunst in Berlin (West). Jeder wollte BuLi sehen. Die Mannschaft spielte schnell einen ansehnlichen Fußball und klopfte an das Tor der großen Bayern, aber dann...
    Tja, was war denn da wohl los? Gab es vielleicht eine große Enttäuschung namens Bundesligaskandal? Davon hat sich Hertha lange Jahre nicht mehr wirklich erholt, der Vertrauensvorschuß der Berliner war dahin und auch die Unterstützung der neuen Mannschaft in den ersten Jahren nach dem Skandal konnte das nicht verdecken. Danach gab es in den 80-ern und 90-ern die bekannten Probleme mit unfähigen Vorständen, Gewaltszene, Abstiegen und einem daraus resultierenden Verschmähen der "alten Dame". Wurden damals junge Spieler nach ihrem Wunschverein gefragt, so antwortete wohl bestenfalls einer von 10 mit dem Hinweis auf Hertha. Der Ruf war gründlich ramponiert und im Keller.
    Sehe ich eben nicht so. Die WM-Titel haben damit auch gar nichts zu tun, diese entfachen bestenfalls ein kurzes Strohfeuer, danach sehen die Zuschauer doch primär wieder die Leistungen ihres Vereins. Wenn diese und das ganze Drumherum stimmen, dann kommen auch die Zuschauer. Dann würde wohl auch die TV-Konkurrenz keine wirkliche Rolle mehr spielen: live ist eben doch besser :D
     
  17. und was bedeutet das bitte?
    Auch zu den Zeiten war man jenseits gut informiert, sogar besser als anders rum ;)
     
  18. Zu den Zuschauerzahlen Ender der sechzier Jahre muss man entgegensetzen, das natürlich Westberlin und die Westberliner durch die Insellage der eingemauerten Stadthälfte ein eingeschränktes Freizeitangebot hatten und natürlich waren auch die Events in der Stadt gezählt und somit war Bundesligafussball an einem schönen Samstag sicherlich schon eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Alltag.
    Auch die Medien hatten damals mit kurzen, knappen Sportschauberichten alternativ nichts entgegenzusetzen.

    Darum gehts ja auch nicht und diese unterschiedlichen Epochen sollten man nicht unbedingt vergleichen aber es ist richtig das die Welt heute bunter, grösser und vielfältiger ist als vor 30 Jahren.
    Eine Menge Dinge kann der gestresste Großstädter oder Umlandbewohner heute in seiner Freizeit machen, sicherlich viel mehr als vor über 30 Jahren...
    warum sollte er da ausgerechnet zum Fussball gehen, wobei ich ja schon andeutete das sich der Berliner im allgemeinen schon für den Bundesligisten Hertha BSC interessiert, diesen aber nicht unbedingt im weiten Rund des Olympiastadions liven sehen muss...
    so tief verwurzelt ist die Liebe dann nun doch nicht und wenn es mal nicht läuft widmet man sich auch schnell ganz gerne anderen Dingen.
    Zumal auch das Oly mit seiner Weite und Grösse und den damit verbundenen Sichtbehinderungen sich auch nach dem Umbau nicht wesentlich verbessert hat.
    Ich meine die Tribünenbesucher saßen auch vor der Renovierung im Trocknen und die Sichtverhältnisse waren genau nicht anders wie heute, dadurch hat sich hier nichts entscheident verbessert...
    und genau das ist das Hauptargument für den rasanten Zuschauerboom in den neuen modernen Fussball Stadien von Hamburg, München, Gelsenkirchen, Köln, Frankfurt, Gladbach usw.
    man sieht einfach besser, das Erlebnis rückt näher, man spürt fast den Atem der Spieler alles ist greifbarer geworden...
    anders kann ich mir das Phaenomen nicht erklären.
    Ich will keine Diskussion über das Oly entfachen... es ist wie es ist und es gefällt mir persönlich auch gut
    auch wenn ich oft nicht so richtig weiss welcher Spieler auf der gegenüberliegenden Seite gerade am Ball ist...
    aber viele denken da eben ganz anders darüber.
     
  19. Meine Anmerkung war nicht bös gemeint, aber ich glaube nicht, daß man von Ferne die damalige Stimmung um und bei Hertha richtig verstehen konnte. Dies fand ich so auch in @DaMaMs Fragestellung wieder.
     
  20. Nun heißt ja "eine Mauer im Blickfeld" nicht, ein Brett vor dem Kopf zu haben. ;)

    Na bitte, min Jung, jetzt kommst du ja langsam drauf und redest selbst von einem Hertha-Problem, wie ich.
    Ich laß mal jetzt weg, daß das Herthaspiel als nichtmanipuliert eingestuft wurde, und nur die "Doppelbezahlung" vom Publikum verurteilt wurde, aber folgende Zahlen finde ich trotzdem interessant: SO4 hatte 70/71 einen Zuschauerschnitt von 26.000, und obwohl tief und aktiv in dem Skandal drin, stieg in der Skandalfolge-Saison der Zuschauerschnitt auf 34.000. Nun kann man darüber sicher einige Witze machen, aber deine These von den erschütterten Zuschauern ist zumindest in den anderen Stadien so nicht haltbar, da auch die Zuschauerzahlen bei den Auswärtsauftritten der Mannschaften sie nicht stützen. Weshalb ich also auch von einem Hertha-Problem sprach. Dazu kommt das Jahr des Zwangsabstieges wegen der Handgeldzahlung (was ja auch 50 Jahre früher schon eine Rolle gespielt haben soll) und eben die in meinem vorigen Post erwähnten Hertha-Besonderheiten, denen du ja nur zuzustimmen brauchtest:
    Such dir also bitte das nächste Mal einen mit einem wirklichen Brett vor dem Kopf. ;)
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden